Ein etwas anderes Trainingslager für Kampfsportler!
Über das verlängerte Pfingstwochenende führte die Abteilung Homberg, der Deutschen Balintawak Group e.V., ein Trainingslager durch. Doch dabei ging es für die Kampfsportler nicht wie gewohnt, um das Training verschiedener Kampfsporttechniken, diesmal wurden andere Bereiche geschult. Wir fuhren in das Berchtesgadener Land der Ost-Alpen. Genauer gesagt zum Buchenhaus, dem Schullandheim des Schwalm-Eder-Kreises in Schönau. Auf dem Programm standen Bergwandern, Indoorklettern, ein Klettersteig begehen und Training im Hochseilgarten. Aber wie passt Kampf- und Bergsport zusammen? Die Antwort ist einfach: Wenn man Kampfsport, egal, ob im Wettkampf oder für die Selbstverteidigung nutzen möchte, gehören drei Dinge zusammen: Die körperliche Fitness, das Beherrschen der Techniken (ganz gleich welches Kampfsystem man ausübt) und das Wichtigste: Die psychische Stärke. Denn im Kampfsport setzt man sich gewissen Urängsten aus. Die Angst, in einer körperlichen Auseinandersetzung verletzt oder gar getötet zu werden. Es ist einzig und allein der Kopf, der die Grenzen setzt, ob man in der Lage ist seine Fähigkeiten auch unter Stress, ausgelöst durch Angst, anzuwenden. Und genauso verhält es sich beim Bergsport. Das Indoorklettern, einen Klettersteig gesichert begehen und Training im Hochseilgarten sind Grundlagen für das eigentliche Bergsteigen. Man erlernt Klettertechniken, das Gleichgewichtsgefühl in der vertikalen Wand, die Gewöhnung an die Höhe und das Vertrauen in das Material und nicht zuletzt, zu seinem Partner, dem Bergkamerad. Beim Bergwandern kommen noch Kondition, Orientierung, Wetterkunde, Planung von Touren und langsam steigende schwierigkeitsgrade der Wege dazu. Das ist das Training für die objektiven Gefahren am Berg. Es ist die Grundschule. Auch hier haben wir es mit Urängsten zu tun, der Angst abzustürzen, dem Gelände und der Witterung (Gewitter…) nicht gewachsen zu sein. Ist man in der Lage, einen ausgesetzten Weg zu gehen, oder eine Kletterstelle in luftiger Höhe zu überwinden, auch wenn die Angst einen zu lähmen versucht? Es gilt also: Wir stellen uns diesen Ängsten, betrachten diese als Herausforderung! Mit Ängsten umzugehen, sie als Warnung zu verstehen, sich aber durch diese nicht Handlungsunfähig machen zu lassen. Das war der Sinn dieses Trainingslagers. Nebenbei bemerkt: Wer seine Fähigkeiten auch dann einsetzt, wenn andere Menschen sie brauchen (Notwehrhilfe, Bergunfall) und dabei seine Gesundheit gefährdet, ist einen weiteren Schritt auf diesem Weg vorangekommen. Wer diesen Weg geht, wird sich auch in anderen Lebenslagen Problemen stellen, eine Lösungsmöglichkeit suchen und sich nicht in sein Schicksal fügen.